Warum die Schulzeit verkürzen?In seiner berühmten Rede Aufbruch ins 21. Jahrhundert aus dem Jahr 1997 stellt der damalige Bundespräsident Roman Herzog fest:
Wie kommt es, daß die leistungsfähigsten Nationen in der Welt es schaffen, ihre Kinder die Schulen mit siebzehn und die Hochschulen mit vierundzwanzig abschließen zu lassen? Es sind - wohlgemerkt gerade diese Länder, die auf dem Weltmarkt der Bildung am attraktivsten sind. Warum soll nicht auch in Deutschland ein Abitur in zwölf Jahren zu machen sein? Für mich persönlich sind die Jahre, die unseren jungen Leuten bisher verlorengehen, gestohlene Lebenszeit.*
Roman Herzog hat in seiner Rede eine Entwicklung angesprochen, die im Zuge der Öffnung der europäischen Grenzen immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. In den europäischen Nachbarländern besuchen die Schülerinnen und Schüler nur 12 Jahre die Schule und sind bei Abschluss ihres Studiums zwischen 22 und 24 Jahre alt. Diese Jugendlichen erwerben früher ihre Hochschulreife, können früher studieren und treten schneller in das Arbeitsleben ein. Demgegenüber verlassen deutsche Schülerinnen und Schüler später die Schule und weisen das mit Abstand höchste Durchschnittsalter unter den europäischen Hochschulabsolventen auf. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es daher einen breiten Konsens, dass die Ausbildungszeiten verkürzt werden müssen, um die Chancengleichheit der Schülerinnen und Schüler auch weiterhin im nationalen und internationalen Wettbewerb zu gewährleisten. Für die Schülerinnen und Schüler ist die Verkürzung der Schulzeit letztlich von Vorteil, denn sie gewinnen Zeit für ihre weitere Ausbildung und eine bessere Position in einem zunehmend von Wettbewerb geprägten Bildungs- und Arbeitsmarkt. Mittlerweile haben alle Bundesländer die gymnasiale Schulzeitverkürzung (G8) eingeführt oder bereiten die Einführung vor.
Antworten auf häufig gestellte Fragen
In Hessen haben erstmalig im Schuljahr 2004/2005 Schulen mit der gymnasialen Schulzeitverkürzung begonnen. Ab dem Schuljahr 2005/2006 wurde beginnend mit der Jahrgangsstufe 5 die Schulzeitverkürzung generell im gymnasialen Bildungsgang eingeführt. In diesem Internetauftritt finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit der gymnasialen Schulzeitverkürzung (G8).
* Roman Herzog: Berliner Rede von Bundespräsident Roman Herzog im Hotel Adlon am 26. April 1997. Aufbruch ins 21. Jahrhundert, Bundespresseamt Berlin 1997, URL: http://www.bundespraesident.de/Reden-und-Interviews/-,11072/Reden-Roman-Herzog.htm
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