Ab dem Schuljahr 2010/11 gelten modifizierte Oberstufenlehrpläne Warum war eine Überarbeitung der bisherigen Oberstufenlehrpläne notwendig?
In der Sekundarstufe II haben die Schulen bisher noch mit den G9-Plänen aus dem Jahr 2002 gearbeitet. Ausgehend von den mehrjährigen Erfahrungen im Umgang mit dem Lehrplan war eine Überarbeitung erforderlich, dabei wurden im Sinne einer Evaluation und Aktualisierung auch Verbesserungsvorschläge aus der Praxis berücksichtigt.
Zum Schuljahr 2010/11 tritt zudem erstmals eine größere Anzahl von Schülerinnen und Schülern aus G8- und G9-Schulen gemeinsam in die gymnasiale Oberstufe ein. Der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Funktion zu: Der Anschluss an die Sekundarstufe I muss für G8- und für G9-Schüler gleichermaßen gewährleistet sein.
Überarbeitet wurden insgesamt 19 Fächer aus allen drei Aufgabenfeldern. Im Zuge der Anpassung wurden redaktionelle, formale und im überschaubaren Maße auch inhaltliche Veränderungen vorgenommen. Die inhaltlichen Änderungen betreffen vorrangig die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe und zielen vor allem auf die Vermeidung von Redundanzen und auf eine inhaltliche Entlastung ab. Die Lehrpläne für die Fächer Darstellendes Spiel, Informatik, Philosophie, Rechtskunde und Wirtschaftswissenschaften wurden inhaltlich nicht überarbeitet, da diese Fächer in Hessen nur in der gymnasialen Oberstufe angeboten werden und entsprechend nicht von Veränderungen durch den verkürzten gymnasialen Bildungsgang betroffen sind. Für die Lehrpläne der Fächer Sport, katholische Religion und Japanisch war keine inhaltliche Überarbeitung erforderlich.
Für welche Schülergruppen gelten die überarbeiteten Lehrpläne?
Die überarbeiteten Lehrpläne für die gymnasiale Oberstufe lösen die bisherigen Lehrpläne aus dem Jahr 2002 (G9) ab. Diese haben letztmalig für diejenigen Schülerinnen und Schüler Gültigkeit, die 2011 die Abiturprüfung ablegen werden. Die novellierten Oberstufenlehrpläne gelten für alle Schülerinnen und Schüler (G8 und G9), die zum Schuljahr 2010/11 in die Einführungsphase oder in die Qualifikationsphase eintreten. Sie bilden die Grundlage für die Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen im Landesabitur 2012 (Einführungserlass) und sind damit erstmals für das Landesabitur 2012 von Relevanz.
Wann werden die Bildungsstandards für die Sekundarstufe I und II eingeführt?
Vor der Einführung von G8 ab dem Schuljahr 2005/06 wurde der Lehrplan der Sekundarstufe I (G9) an die veränderte Stundentafel G8 angepasst und als G8-Lehrplan für die Mittelstufe in Kraft gesetzt. Da in Hessen an Schulen mit gymnasialem Bildungsgang auch noch nach G9 unterrichtet wird, bilden derzeit die Pläne für G9 und für G8 die Grundlage des Unterrichts in der Mittelstufe. Zum Schuljahr 2011/12 ist die Einführung der hessischen Bildungsstandards für die Sekundarstufe I vorgesehen, die alle Mittelstufenlehrpläne ablösen werden. In den Bildungsstandards soll für den Übergang in die Sekundarstufe II für alle gymnasialen Schülerinnen und Schüler nur noch ein Übergangsprofil definiert werden, in dem nicht mehr nach G8 und G9 unterschieden wird.
Die Einführung der nationalen KMK-Bildungsstandards für die Sekundarstufe II für die Fächer Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch ist zum Schuljahr 2012/13, die Einführung der nationalen Standards für die Sekundarstufe II für die Fächer Biologie, Chemie und Physik zum Schuljahr 2013/14 avisiert. Bis zum Zeitpunkt der Inkraftsetzung entsprechender hessischer Bildungsstandards und Kerncurricula für die Sekundarstufe II werden die novellierten Oberstufenlehrpläne die Grundlage des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe bilden.
Im Folgenden finden Sie die Lehrpläne für die Sekundarstufe I (G8) und die überarbeiteten Oberstufenlehrpläne:
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